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ETF-Crashkurs

Alles, was du über ETFs wissen musst

1. Was ist ein ETF?

Als erstes stellen wir uns die Frage, was ein ETF überhaupt ist. ETF steht für „Exchange Traded Fund“. Auf Deutsch: Börsengehandelter Indexfonds. Ein ETF bildet also einen bestimmten Index ab und ein Index verfolgt die Wertentwicklung ausgewählter Aktien. Es handelt sich also um eine passive Anlageform, da man nicht versucht, einen Index durch aktive Aktienwahl zu schlagen, sondern gleich alle Aktien aus dem Index kauft. Der bedeutendste Index ist der S&P 500, der die 500 wertvollsten amerikanischen Unternehmen enthält. Wenn ihr jetzt einen ETF auf den S&P 500 kauft, also bei dem der S&P 500 der zugrundeliegende Index ist, dann profitiert ihr von der Wertentwicklung der 500 größten amerikanischen Aktiengesellschaften. Man kann sich einen ETF also als einen Warenkorb vorstellen, der die verschiedenen Aktien eines Index enthält.

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Dazu muss man sagen, dass die Aktien in einem Index meistens nicht gleich gewichtet sind. Wie die meisten anderen Indizes auch, gewichtet der S&P 500 die Unternehmen nach Marktkapitalisierung. Das bedeutet, je wertvoller das Unternehmen ist, desto größer ist sein Anteil im Index und desto mehr wird dann über einen ETF in die Aktie dieses Unternehmens investiert. Damit ihr euch das vorstellen könnt, seht ihr hier die derzeitige Aufteilung im S&P 500. Apple ist mit ca. 7% am stärksten gewichtet und die prozentualen Anteile der Unternehmen orientieren sich an ihrer Marktkapitalisierung. Wenn ihr also 10.000€ in einen ETF auf den S&P 500 investiert, dann investiert ihr indirekt aktuell ca. 700€ in Apple, 700€ in Microsoft, 350€ in Amazon und so weiter.

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2. Warum in ETFs investieren?

2.1 Diversifikation

Jetzt stellt ihr euch vielleicht die Frage: Warum sollte man überhaupt in ETFs investieren und nicht in Einzelaktien? Der Hauptgrund ist ganz klar Diversifikation! Bei einer Einzelaktie hat man zum einen das Marktrisiko, also wenn der Gesamtmarkt fällt (z.B. in einer Wirtschaftskrise), dann fällt auch eure Aktie. Zweitens übernehmt ihr bei einer Einzelaktie das unternehmensspezifische Risiko. Durch dieses Risiko verliert das Unternehmen eurer Wahl durch Faktoren, die speziell euer Unternehmen betreffen, an Wert. Ursache hierfür können z.B. Produktionsschwierigkeiten oder ein Reputationsverlust sein. Dieses unternehmensspezifische Risiko könnt ihr mit ETFs vollständig eliminieren, weil ihr in sehr viele verschiedene Unternehmen gleichzeitig investiert und damit euer Risiko breit streut. Das allgemeine Marktrisiko müsst ihr aber auch bei einem diversifizierten ETF in Kauf nehmen. Vergleichen wir einmal die Nvidia-Aktie mit einem ETF auf den S&P 500.

Nvidia hat im S&P 500 aktuell eine Gewichtung von ca. 3%. Wenn wir in Nvidia direkt investieren und Nvidia pleitegeht, haben wir unser gesamtes Kapital, also 100% verloren. Wenn wir aber in einen ETF auf den S&P 500 investieren und Nvidia pleitegeht, verlieren wir nur 3% von unserem investierten Kapital. Im ETF profitiert ihr aber natürlich auch weniger von potenziellen Kursgewinnen von Nvidia. Langfristige Kursgewinne bei Einzelaktien sind jedoch nicht garantiert und ihr Wert ist allgemein volatiler. ETF-Kurse schwanken also weniger als Aktienkurse. Deshalb ist die Risikostreuung für eine langfristige Anlage sehr empfehlenswert.

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2.2 Transparenz

Der zweite Grund, der für ETFs spricht, ist ihre Transparenz. Wie bereits gesagt, bilden ETFs einen Index ab und ein Index folgt fest vorgegebenen Kriterien. Wenn ihr einen ETF auf den S&P 500 kauft, seid ihr immer in die 500 wertvollsten US-amerikanischen Aktiengesellschaften investiert. Im Gegensatz dazu halten sich aktiv gemanagten Fonds eher an Rahmenlinien als an feste Regeln und damit ist man immer ein Stück weit von den Entscheidungen der Fondsmanager abhängig.

2.3 Kosten

Ein weiterer großer Vorteil von ETFs sind ihre sehr geringen Produktkosten. Bei ETFs und aktiv gemanagten Fonds wird eine jährliche Gebühr erhoben, die von eurem investierten Vermögen abgezogen und von dem Fondsanbieter einbehalten wird. Je geringer diese laufenden Kosten sind, desto besser ist das natürlich für euch. Den beliebtesten ETF auf den S&P 500 bekommt man aktuell schon für laufende Kosten von 0,07% im Jahr und den größten ETF auf den MSCI World, der Aktien aus Industrieländern enthält, liegt schon bei 0,2% jährlich. Bei aktiv gemanagten Fonds kann die jährliche Gebühr 1-3% des investierten Kapitals betragen, was im Vergleich zu den passiven ETFs teuer ist.

Es gibt aber noch zwei weitere Nachteile von aktiv gemanagten Fonds gegenüber ETFs. Zum einen verlangen viele aktiv gemanagte Fonds eine sogenannte „Performance-Fee“, also eine Gebühr, die bei der Erreichung gewisser Ziele anfällt, die im Normalfall nicht schwierig erfüllbar sind (z.B. eine bestimmte Wertentwicklung). Außerdem verlangen manche Fondsanbieter einen „Ausgabeaufschlag“. Das ist eine einmalige Gebühr, die Banken oder Fondsgesellschaften dafür erhalten, dass sie dir einen Fondsanteil verkaufen. Wenn der Ausgabeaufschlag bei realistischen 5% liegt, müsst ihr bei einer Investition von 10.000€ direkt zu Beginn 500€ an Gebühren zahlen. Ihr seid mit eurer Investition also prinzipiell sofort 5% im Minus. Bei ETFs gibt es weder eine Performance-Fee noch einen Ausgabeaufschlag.

Vergleichen wir einen ETF auf den MSCI World von iShares mit einem vergleichbaren aktiv gemanagten Fonds von Deka, dem Global Champions. Der ETF verursacht jährliche Kosten in Höhe von 0,2% des Anlagevolumens, während beim Global Champions insgesamt satte 1,57% an jährlichen Gebühren und ein Ausgabeaufschlag von 3,75% fällig werden. Darüber hinaus beansprucht der Deka Fonds 25% der Rendite für sich, die über die Rendite seines Vergleichsindex hinausgeht.

Als Fazit lässt sich festhalten, dass Anleger aufgrund der Kostenstruktur mit ETFs langfristig in den allermeisten Fällen wesentlich höhere Renditen erwirtschaften können als mit vergleichbaren aktiv gemanagten Fonds.

2.4 Langfristig attraktive Rendite

Und damit sind wir auch schon beim letzten Grund für die Investition in ETFs und zwar ist das die langfristig attraktive Rendite von weltweit diversifizierten und kostengünstigen ETFs, die laut Studien langfristig besser ausfällt als bei ca. 90% der aktiv gemanagten Fonds. Hier seht ihr das Renditedreieck des MSCI World, mit dem man die jährliche Durchschnittsrendite des Index in jedem beliebigen Zeitraum von 1991 bis 2020 ablesen kann.

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Von 1993 bis 2020 konnte z.B. eine Durchschnittsrendite von ca. 7% pro Jahr erzielt werden. Man sieht an den Werten unten rechts, dass die Durchschnittsrendite auf lange Sicht recht konstant ist. Man sieht auch, dass es durchaus kurze Zeiträume gab, in denen der Index an Wert verloren hat. Deshalb eignen sich ETFs ideal für junge Menschen zur privaten Altersvorsorge, die in Deutschland immer wichtiger wird, weil das aktuelle Rentensystem aufgrund des demographischen Wandels auf wackligen Beinen steht.

3. ETFs verstehen

3.1 Dividenden

Bei ETFs gibt es eine grundlegende Unterscheidung im Umgang mit Dividenden. Man differenziert zwischen ETFs, die Dividenden ausschütten und solchen, die sie reinvestieren, sogenannte thesaurierende ETFs.

Ausschüttende ETFs sind leichter zu verstehen. Hier werden die Dividenden regelmäßig an die ETF-Anleger ausgeschüttet. Dabei fällt natürlich auch Kapitalertragsteuer in Höhe von 25% plus Solidaritätszuschlag und eventuell Kirchensteuer an. Diese Steuern kann man bis zu einer gewissen Höhe vermeiden, aber dazu später mehr unter 3.4 Steuern.

Bei thesaurierenden ETFs werden keine Dividenden ausgeschüttet. Sie werden stattdessen zunächst steuerfrei reinvestiert.* Das bedeutet, dass der ETF mit den Dividenden neue Anteile von den Unternehmen kauft, welche in dem zugrundeliegenden Index enthalten sind. Dadurch werden eure ETF-Anteile mehr wert, ihr erhaltet aber keine zusätzlichen ETF-Anteile. Kapitalertragsteuer wird erst fällig, wenn ihr die thesaurierenden ETFs verkauft.

Durch diese Steuerstundung kann der Zinseszins besser für euch arbeiten als bei ausschüttenden ETFs, bei dem ihr auch während der Halteperiode Kapitalertragsteuer auf ausgeschüttete Dividenden zahlt. Der Zinseszinseffekt tritt dann auf, wenn sich bereits verzinstes Kapital nochmals verzinst. Dieser Effekt wirkt mit der Zeit immer stärker, weshalb ETFs besonders als langfristige Investition geeignet sind. Nehmen wir an, ihr investiert 10.000€ in einen ETF, der im 1. Jahr um 10% steigt und somit 11.000€ wert ist. Im 2. Jahr steigt er erneut um 10%. Jetzt ist der ETF aber nicht 12.000€ wert, sondern 12.100€, weil die 10% jetzt auf eine höhere Basis, nämlich 11.000€, gerechnet werden.

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In der folgenden Grafik wird deutlich, wie stark der Zinseszins langfristig wirkt und wie sehr sich auch nur kleine Unterschiede in der jährlichen Rendite auf den Endbetrag auswirken. Wir gehen in allen drei Fällen von einer Investition von 10.000€ aus, die 20 Jahre lang investiert wird. Der einzige Unterschied ist die durchschnittliche jährliche Rendite. Bei einer mageren Rendite von 2% werden aus unseren 10.000€ nach 20 Jahren nur etwas mehr als 15.000€. Wenn wir aber eine jährliche Rendite von 8% realisieren, was für einen günstigen und breit gestreuten ETF durchaus realistisch ist, dann haben wir am Ende ca. 43.000€. Je länger die Haltedauer und je höher die durchschnittliche jährliche Rendite, desto stärker ist also das exponentielle Wachstum der Investition durch den Zinseszinseffekt.

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Für Albert Einstein war der Zinseszinseffekt sogar die größte mathematische Entdeckung aller Zeiten. Deswegen bezeichnete er den Zinseszins als das 8. Weltwunder. Er hat einmal gesagt: „Wer es versteht, verdient daran. Wer es nicht versteht, bezahlt dafür“. Der stärkere Zinseszinseffekt bei thesaurierenden ETFs wird allerdings etwas durch eine besondere Steuerregelung, die sogenannte „Vorabpauschale“ abgeschwächt. Hier zahlt ihr Steuern auf Dividenden, die man nie bar ausgezahlt bekommen hat. Diese Vorabpauschale ist aber sehr gering und wird auch nicht jedes Jahr fällig, sondern nur, wenn eure Anteile gestiegen sind UND der Basiszins, der von der Bundesbank jedes Jahr festgelegt wird, positiv ist. Am Ende des Tages müsst ihr für euch abwägen, ob euch der Steuervorteil der thesaurierenden ETFs oder der regelmäßige Dividenden-Cashflow bei ausschüttenden ETFs lieber ist.

* Genau genommen ist diese Aussage nur für deutsche Dividenden vollständig korrekt. Dividenden ausländischer Unternehmen können ausländischer Quellensteuer unterliegen. Das kann dazu führen, dass in eurem ETF-Vermögen nicht die volle Dividende ankommt. Dividenden aus den USA werden z.B. bereits auf Fondsebene besteuert. Deutsche Kapitalertragsteuer fällt allerdings auch in diesem Fall zunächst nicht an. Auch bei ausländischen Dividenden besteht also ein (geringerer) Vorteil durch die Steuerstundung.

3.2 Replikationsmethode

ETFs können ihren zugrundeliegenden Index auf zwei verschiedene Arten abbilden – entweder physisch oder synthetisch. Die physische Replikation ist relativ einfach zu verstehen. Hier kauft der ETF ganz einfach die Aktien, die im Index enthalten sind mit entsprechender Gewichtung. Hier unterscheidet man zwischen einer Vollreplikation und optimiertem Sampling:

Bei einer Vollreplikation kauft der ETF ausnahmslos alle Aktien, die im Index enthalten sind. Die Vollreplikation macht vor allem bei Indizes Sinn, die nur relativ wenige Aktien enthalten, die alle liquide gehandelt werden können und eine wahrnehmbare Gewichtung im Index haben. Das trifft z.B. auf den DAX zu, weil er derzeit nur 40 Unternehmen beinhaltet und die aktuell geringste Gewichtung einer Aktie bei stolzen 0,4% liegt.

Beim optimierten Sampling kauft der ETF nur Anteile von Unternehmen, die ein signifikantes Gewicht im Index haben und somit auch für die Rendite maßgeblich sind. Der ETF investiert bei der Samplingmethode also nicht in Werte, die nur einen sehr geringen Anteil am Index haben und eventuell illiquide sind. Der Grund dafür ist, dass die Wertentwicklung dieser Aktien sowieso keinen signifikanten Einfluss auf die Indexentwicklung hat und ein Kauf würde nur unnötige Transaktionskosten verursachen. Optimiertes Sampling ist z.B. beim MSCI World sinnvoll. Dieser Index enthält über 1.500 Unternehmen und einige davon haben ein Gewicht von weniger als 0,01%. Wenn man die kleinsten Unternehmen also nicht physisch kauft, lassen sich Transaktionskosten sparen, ohne die Wertentwicklung des ETFs nennenswert zu verändern.

Die synthetische Replikation ist etwas komplexer. Hier investiert der ETF nicht direkt in die Anteile, die in dem zugrundeliegenden Index enthalten sind. Stattdessen investiert er in ein sogenanntes Trägerportfolio, das beliebige Aktien enthalten kann. Bei einem synthetischen ETF auf den MSCI World, der die Wertentwicklung von Aktien aus Industrieländern abbildet, kann das Trägerportfolio also z.B. aus DAX-Aktien bestehen. Um jetzt aber trotzdem die Indexrendite des MSCI World zu erhalten, geht der ETF ein Tauschgeschäft bzw. ein Swap-Geschäft mit einem sogenannten Swap-Partner ein, der auch Swap-Kontrahent genannt wird. In der Praxis ist der Swap-Kontrahent des ETFs häufig der Mutterkonzern des ETF-Anbieters. Bei Xtrackers ist z.B. die Deutsche Bank der Swap-Partner. Das ist sehr naheliegend, weil Xtrackers zur DWS gehört und die Deutsche Bank Hauptaktionär der DWS ist. Das Tauschgeschäft besteht darin, dass der Swap-Kontrahent (Deutsche Bank) dem ETF-Anbieter (Xtrackers) die Indexrendite mit Dividenden zahlt. Im Gegenzug erhält die Deutsche Bank dafür von uns eine Gebühr und die Rendite aus unserem Trägerportfolio.

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Bei diesem Tauschgeschäft besteht ein sogenanntes Kontrahentenrisiko, weil wir uns darauf verlassen, dass uns unser Swap-Partner die Indexrendite im Tausch gegen die Rendite des Trägerportfolios liefert. Nehmen wir an, dass unser Trägerportfolio in einem Zeitraum um 4% steigt und der Index um 10% steigt. Durch einen Swap würden wir also eine Rendite von 4% gegen eine Rendite von 10% tauschen. In anderen Worten: Unser Swap-Kontrahent schuldet uns eine Nettorendite von 6 Prozentpunkten. Wenn der Swap-Partner jedoch nicht zahlen kann, bleiben wir auf der Rendite des Trägerportfolios sitzen und müssen auf die zusätzliche Rendite von 6 Prozentpunkten verzichten. In der Realität ist dieses Kontrahentenrisiko aber nicht hoch und gesetzlich auf 10% des Fondsvermögens beschränkt. Das bedeutet, dass der Renditeunterschied zwischen Trägerportfolio und Index maximal 10% betragen darf, bevor ein Tauschgeschäft stattfinden muss. Im schlimmsten Fall kann man also 10% seines investierten Kapitals durch das Kontrahentenrisiko verlieren.

Einige ETF-Anbieter fordern von ihrem Swap-Partner zusätzliche Sicherheiten, die bei einem Treuhänder hinterlegt und im Falle einer Insolvenz des Kontrahenten an den ETF-Anbieter ausgezahlt werden. So kann das Kontrahentenrisiko vollständig eliminiert werden. Einige ETFs sehen sogar einen regelmäßigen z.B. täglichen Swap vor, unabhängig von der Differenz der beiden Portfolios. Je häufiger dieser durchgeführt wird, desto geringer ist das Kontrahentenrisiko. Ihr seht also, dass das Kontrahentenrisiko in der Realität stark begrenzt ist.

Die synthetische Replikation macht gerade bei sehr breiten oder illiquiden Markt-Indizes Sinn, bei denen die Transaktionskosten selbst bei optimiertem Sampling noch zu hoch wären. Das kann z.B. in Nischenmärkten, bei Small Caps (Aktien kleiner Unternehmen) oder auch bei Indizes auf Schwellenländer der Fall sein. Außerdem fällt bei synthetisch replizierenden ETFs nach amerikanischem Gesetz überhaupt keine Quellensteuer auf Dividenden von amerikanischen Unternehmen an, also haben Swap-basierte ETFs diesbezüglich einen kleinen Steuervorteil gegenüber physisch replizierenden ETFs. Dazu sei gesagt, dass die amerikanische Quellensteuer bei physisch replizierenden ETFs nicht immer gleichbehandelt wird, aber dazu mehr unter 3.4 Steuern. Ein weiterer Vorteil der synthetischen Replikation ist, dass der Index genauer abgebildet werden kann, da man immer genau die Indexrendite von seinem Swap-Partner erhält. Was man dabei jedoch wissen sollte, erfahrt ihr unter 3.3 Kosten bei einem ETF.

3.3 Kosten bei einem ETF

Beim ETF-Kauf unterscheidet man grundlegend zwischen zwei Arten Transaktionskosten: Dem Spread und den Ordergebühren.

Der Spread ist der Unterschied zwischen An- und Verkaufskurs bzw. zwischen Geld- und Briefkurs. Je geringer der Spread ist, desto günstiger könnt ihr kaufen und desto teurer könnt ihr verkaufen. Deswegen sollte man immer zu Öffnungszeiten der XETRA (elektronischer Handelsplatz der Deutschen Börse) handeln, weil die Spreads dann am geringsten sind. Unter der Woche ist der Handel auf XETRA von 09:00 Uhr bis 17:30 Uhr möglich. Bei Sparplanausführungen wird dieser Zeitraum i.d.R. automatisch berücksichtigt. Wertpapierkäufe am Wochenende sind nicht empfehlenswert, da die Spreads im außerbörslichen Handel signifikant höher sind. Es gibt Broker, die für jede Sparplanausführung zusätzlich noch einen Prozentsatz des investierten Kapitals oder einen Festbetrag als Gebühr einbehalten und ebenso hohe Ordergebühren bei Einmalkäufen verlangen. Es gibt aber auch Broker, die keine Ordergebühren für ETF-Sparpläne und nur geringe Beträge für Einmalkäufe von ETFs verlangen. Welche Broker diese günstigen Konditionen bieten, erfahrt ihr in unserem Broker-Vergleich.

Neben den Transaktionskosten beim ETF-Kauf entstehen Transaktionskosten auf Fondsebene. Diese fallen an, wenn der ETF Dividenden reinvestiert oder wenn er sein Portfolio umschichtet, um sich an den Index anzupassen.

Dazu kommen noch die jährlichen Produktkosten eines ETFs, die man auch Gesamtkostenquote nennt. Die englische Bezeichnung ist TER (Total Expense Ratio). Die TER enthält Verwaltungs- und Vertriebskosten, Depotbankgebühren und Lizenzgebühren. Mit Lizenzgebühren ist gemeint, dass der ETF-Anbieter für den nachgebildeten Index eine Gebühr an den Indexanbieter zahlt. Wenn ein ETF-Anbieter z.B. einen ETF auf den MSCI World auflegen möchte, muss er für die Nutzung des Index eine Gebühr an MSCI zahlen. Normalerweise liegt die TER bei 0,1-0,5% pro Jahr. Um die TER bei ETFs möglichst gering zu halten, gilt der Leitsatz „Big is beautiful“. Das bedeutet, dass ETFs mit größerem Fondsvolumen in der Regel eine geringere TER verlangen, weil dich die Fixkosten dann auf mehr investiertes Kapital verteilen. Es tritt also ein Skaleneffekt auf. Als kleiner Nebeneffekt sorgt ein großes Fondsvolumen für einen geringeren Spread, weil sich die Anzahl der gehandelten ETF-Anteile erhöht. Obwohl die TER eine wichtige Kennzahl bei der Suche nach dem passenden ETF ist, solltet sie bei eurer Entscheidung nicht ausschlaggebend sein, weil sie nicht alle Kosten beinhaltet.

Viel wichtiger ist nämlich die sogenannte „Tracking Difference“ eines ETFs. Die Tracking Difference gibt an, wie sich der ETF im Vergleich zum zugrundeliegenden Index entwickelt hat. Man zieht also die ETF-Rendite von der Indexrendite ab. Im Normalfall ist die Tracking Difference positiv, weil durch die TER, Steuern und fondsinternes Rebalancing (Umschichtung) Kosten entstehen. Das bedeutet, dass die Wertentwicklung des ETFs meistens schlechter ist als die des Index. Es ist aber auch möglich, dass ein ETF in manchen Jahren eine negative Tracking Difference aufweist. Das ist gut für euch, weil das bedeutet, dass der ETF eine bessere Wertentwicklung hingelegt hat als der Index, den er abbilden soll. Davor müsst ihr wissen, dass sich die Tracking Difference nur im Nachhinein berechnen lässt. Ihr könnt heute also nicht wissen, wie hoch die Tracking Difference für euren ETF in Zukunft sein wird. Die TER stellt im Prinzip die Fixkosten für ETF-Anleger dar und ist ein erstes Indiz für die zukünftige Tracking Difference. Viel aussagekräftiger ist aber die vergangene Tracking Difference, die ihr z.B. auf trackingdifferences.com finden könnt. In der folgenden Grafik können wir uns das am Beispiel des thesaurierenden iShares Core MSCI World ETFs genauer ansehen. Wie wir bereits wissen, hat der ETF eine TER von 0,2%. Die Tracking Difference ist aber seit 2013 nie positiv gewesen und war sogar in einigen Jahren negativ. Wir schauen uns jetzt an, wie eine negative Tracking Difference überhaupt möglich ist, obwohl eine TER und andere Kosten anfallen.

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Wir haben festgehalten, dass synthetische ETFs den Index genau abbilden, weil sie die Indexrendite von ihrem Swap-Partner erhalten. Daraus resultiert aber nicht automatisch eine geringe Tracking Difference, weil noch die Gebühren für den Swap sowie die TER für den ETF gezahlt werden müssen. Bei synthetischen ETFs kann eine negative Tracking Difference jedoch vor allem dann entstehen, wenn der zugrundeliegende Index einen Teil des US-amerikanischen Aktienmarkts abbildet, da so der positive steuerliche Effekt durch die Einsparung der US-Quellensteuer am höchsten ist.

Bei physisch replizierenden ETFs kann eine negative Tracking Difference unter anderem durch Wertpapierleihe erreicht werden. Das bedeutet, dass der ETF einen Teil der von ihm gehaltenen Aktien an institutionelle Anleger, vor allem an Hedgefonds, gegen eine Gebühr verleiht. Dadurch generiert der ETF Einnahmen für seine Investoren. Hedgefonds leihen diese Aktien meistens mit der Intention, diese leerzuverkaufen (Short Selling). Sie leihen also Wertpapiere von dem ETF-Anbieter, verkaufen Sie am Aktienmarkt und spekulieren dann darauf, dass ihr Kurs fällt, um sie später günstiger zurückzukaufen und sie erst dann an den ETF-Anbieter zurückzugeben. Je stärker die Aktien in der Zwischenzeit fallen, desto größer ist der Gewinn des Hedgefonds. Wenn sie allerdings steigen, kann der Hedgefonds einen großen Verlust realisieren, wie der Short-Squeeze der GameStop Aktie im Jahr 2021 gezeigt hat. Außerdem kann eine negative Tracking Difference bei physischen ETFs durch Steueroptimierung auf Fondsebene erreicht werden. Wie das möglich ist, erfahrt ihr unter 3.4 Steuern.

3.4 Steuern

Bevor wir das Thema „Steuern“ ansprechen, möchte wir darauf hinweisen, dass wir keine Steuerberater sind. Für rechtsverbindliche Informationen sucht ihr am besten einen Steuerberater auf.

Wenn ihr Dividenden ausgeschüttet bekommt oder ETF-Anteile mit Gewinn verkauft, fällt Kapitalertragsteuer in Höhe von 25% an. Dazu kommen noch ein Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls auch die Kirchensteuer. Insgesamt beträgt die Steuerlast dann etwas mehr als 26% auf Dividenden und realisierte Kursgewinne. Ihr solltet aber keine Angst vor Steuern beim Investieren haben, denn die Kapitalertragsteuer ist eine sogenannte „Abgeltungssteuer“. Das bedeutet, dass euer Broker anfallende Steuern automatisch von euch einbehält und an das Finanzamt abführt. Ihr müsst euch also keine Sorgen darum machen, versehentlich Steuerhinterziehung beim Investieren zu begehen. Den steuerlichen Unterschied zwischen thesaurierenden und ausschüttenden ETFs haben wir bereits geklärt. Es gibt aber noch andere wichtige steuerliche Anmerkungen. Zum Beispiel könnt ihr bei eurem Broker einen Freistellungsauftrag hinterlegen. Kapitalerträge, sprich realisierte Kursgewinne und Dividenden, bis zur Höhe des gestellten Freistellungsauftrags müsst ihr dann nicht versteuern. Aktuell können pro Person 1.000€ jährlich freigestellt werden. Wenn ihr verheiratet und steuerlich zusammenveranlagt seid, habt ihr insgesamt einen Freistellungsauftrag von 2.000€ pro Jahr zur Verfügung. Angenommen, ihr kauft thesaurierende ETFs im Wert von 10.000€. Nach einiger Zeit sind eure Anteile 11.000€ wert und ihr wollt sie verkaufen. Bevor ihr das macht, reicht ihr bei eurem Broker einen Freistellungsauftrag in Höhe von 1.000€ ein. Normalerweise müsstet ihr auf diese 1.000€ Gewinn eine Steuer von ca. 260€ entrichten. Durch den Freistellungsauftag ist euer Gewinn jedoch vollständig steuerbefreit. Analog dazu funktioniert der Freistellungsauftrag auch für Dividendenzahlungen.

Wenn euer jährliches Einkommen unter dem Grundfreibetrag von aktuell 12.348€ liegt, könnt ihr eine Nichtveranlagungsbescheinigung beim Finanzamt beantragen. Diese Voraussetzung trifft vor allem auf Kinder, Studenten und Rentner zu. Die Nichtveranlagungsbescheinigung gilt für 3 Kalenderjahre und wenn ihr sie bei eurem Broker einreicht, müsst ihr auch auf Kapitalerträge über 1.000€ keine Steuern zahlen. Wenn ihr berechtigt seid, ist die Beantragung der Nichtveranlagungsbescheinigung also sehr empfehlenswert.

Bei einem Aktienanteil von 50% oder mehr wird euer ETF als „Aktienfonds“ deklariert und erhält dadurch eine Teilfreistellung von 30%. Dies ist bei nahezu allen größeren ETFs der Fall. Das bedeutet, dass ihr nur auf 70% der Dividendenausschüttungen und realisierten Kursgewinne Steuern zahlt. Vor allem beim Verkauf von ETFs kann die Teilfreistellung für eine hohe Steuerersparnis sorgen. Die Steuerlast wird somit nämlich von ca. 26% auf ca. 18% abgemildert.

Wir haben festgehalten, dass eine negative Tracking Difference bei physisch replizierenden ETFs unter anderem mit Hilfe von Steueroptimierung auf Fondsebene geschehen kann. Dabei solltet ihr bei physisch replizierenden ETFs mit Aktien von US-Unternehmen darauf achten, dass der ETF in Irland aufgelegt ist bzw. Irland sollte das Fondsdomizil des ETFs sein. Irland hat ein besonderes Doppelbesteuerungsabkommen mit den USA geschlossen, wodurch ihr euch die Hälfte an US-Quellensteuer spart, die für Dividenden von US-Unternehmen fällig werden. Grundsätzlich behält sich der amerikanische Fiskus nämlich 30% der Dividende ein, durch das irische Doppelbesteuerungsabkommen halbiert sich dieser Anteil aber auf 15%.

Wie bereits erwähnt, fällt bei synthetisch replizierenden ETFs keine amerikanische Quellensteuer an, was ihnen einen geringen Steuervorteil gegenüber physisch replizierenden ETFs verschafft. Das Fondsdomizil eines synthetischen ETFs ist aus steuerlicher Sicht irrelevant. Die meisten werden jedoch in Luxemburg aufgelegt, weil dort die Finanzinfrastruktur für Fondsgesellschaften besonders gut ist.

3.5 Währungsrisiko

Die meisten ETFs investieren in Unternehmen, die außerhalb der Eurozone liegen. Damit entsteht für deutsche Anleger ein sogenanntes „Währungsrisiko“. Das bedeutet, dass die Wertentwicklung des ETFs auch von der Entwicklung der entsprechenden Wechselkurse abhängt.

Nehmen wir an, ihr investiert in einen thesaurierenden ETF, der den S&P 500 abbildet und somit nur US-Unternehmen enthält. Diese Aktien sind in US-Dollar notiert. Deshalb tauscht ihr beim Kauf dieses ETFs automatisch Euro für US-Dollar. Je stärker der Euro im Vergleich zum US-Dollar zum Kaufzeitpunkt ist, desto besser für euch, weil ihr möglichst günstig einkaufen wollt. Wenn ihr aber investiert seid, profitiert ihr, wenn der US-Dollar gegen den Euro an Wert gewinnt, weil ihr für eure Dollar beim Verkauf und bei Dividendenausschüttungen möglichst viele Euro bekommen wollt. Steigt allerdings der Euro gegenüber dem US-Dollar während eurer Investitionsphase, macht ihr Währungsverluste. Wir gehen davon aus, dass zum Zeitpunkt des Kaufs ein Euro einem US-Dollar entspricht. Während eurer Investitionsphase wertet der Euro zum US-Dollar auf und der Wechselkurs beträgt 0,9 Euro zu einem US-Dollar. Damit wären eure ETFs theoretisch 10% weniger wert ohne, dass sich der Wert der Aktien verändert hat. Genauso gut kann es aber sein, dass sich der Wechselkurs zu Gunsten des US-Dollar entwickelt. Sagen wir, ein Euro entspricht 0,9 Dollar. Damit würde der ETF auf den S&P 500 um mehr als 11% steigen. Neben dem Währungsrisiko gibt es also auch eine Währungsschance. Dadurch kann man von Wechselkursschwankungen auch profitieren.

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Außerdem reduzieren internationale Unternehmen normalerweise euer Währungsrisiko, indem sie es diversifizieren. Globale Konzerne wie Apple operieren in vielen verschiedenen Ländern und nehmen damit verschiedene Währungen ein, wodurch euer Währungsrisiko sinkt. Allerdings wirtschaften diese Unternehmen zu großen Teilen in US-Dollar. Wenn ihr euch aber trotzdem gegen Währungsrisiken absichern wollt, könnt ihr währungsgesicherte ETFs kaufen. Man erkennt sie daran, dass in ihrem Namen so etwas wie „EUR Hedged“ enthalten ist. Das Eliminieren des Währungsrisikos ist allerdings mit Kosten verbunden, was sich meistens in einer höheren TER niederschlägt.

Langfristig ergeben Wechselkursschwankungen bei weltweit diversifizierten ETFs im Durchschnitt ein Nullsummenspiel. Die höheren Gebühren für die Währungsabsicherung bei weltweit gestreuten ETFs sind langfristig also meistens nicht lohnenswert.

4. Welchen ETF kaufen?

Jetzt stellt ihr euch sicher die Frage: Welchen ETF soll ich kaufen und welche Kriterien sollte ich bei meiner ETF-Auswahl berücksichtigen? Als erstes müsst ihr euch auf einen Index festlegen, den euer ETF nachbilden soll. Allgemein ist es empfehlenswert, auf breit gestreute Indizes wie den MSCI World zu setzen, um bestens diversifiziert zu sein. Danach solltet ihr für euch entscheiden, ob ihr einen thesaurierenden oder einen ausschüttenden ETF wollt und wie dieser den Index replizieren soll, also entweder physisch oder synthetisch. Bei den Dividenden- und den Replikationsmethoden gibt es keine eindeutig bessere Variante. Die richtige Wahl hängt also von den Präferenzen des Investors ab. Außerdem sollte der ETF eine geringe TER und eine historisch niedrige Tracking Difference haben. Das ist vor allem bei ETFs mit hohem Fondsvolumen der Fall, weil hier Skaleneffekte zum Tragen kommen, indem die Kosten der Fondsgesellschaft auf mehr investiertes Vermögen aufgeteilt werden.

Der ETF sollte auch früh aufgelegt worden sein. Dies ist nämlich ein Zeichen dafür, dass er sich am Markt etabliert hat und für die Fondsgesellschaft finanziell rentabel ist, weshalb sie ihn in naher Zukunft vermutlich nicht schließen wird. Ein gutes Beispiel hierfür ist der iShares Core MSCI World ETF, der bereits 2009 aufgelegt wurde. Außerdem sollte man auf bekannte, etablierte und seriöse ETF-Anbieter setzten. Beispiele hierfür sind iShares, Vanguard, Amundi, Xtrackers, Lyxor und Invesco. Hinter iShares steckt beispielsweise der weltgrößte Asset-Manager BlackRock und Xtrackers ist der ETF-Anbieter der DWS bzw. der Deutschen Bank.

Um eure ETF-Suche zu erleichtern, sind Vergleichsseiten wie justETF sehr hilfreich.

5. Sparplan oder Einmalanlage?

Es gibt grundsätzlich zwei verschiedene Methoden, um in ETFs zu investieren. Über einen sogenannten Sparplan und per Einmalanlage.

Bei einem ETF-Sparplan investiert man in festgelegten Zeitabständen, meistens monatlich, einen bestimmten Betrag in einen ETF seiner Wahl. Diese Art des Investierens ist sehr weit verbreitet. In Deutschland z.B. laufen aktuell ca. 5 Millionen ETF-Sparpläne.

Bei der Einmalanlage hat man das Risiko, dass die ETF-Kurse kurz nach der Investition massiv einbrechen und man somit zu einem relativ hohen Kurs gekauft hat und nicht zu niedrigeren Preisen nachkauft. Genau dieses Risiko wird durch einen ETF-Sparplan vermieden, weil man regelmäßig für einen bestimmten Betrag ETF-Anteile erwirbt, sowohl zu günstigen als auch zu hohen Kursen. Somit kauft man zu einem „Durchschnittspreis“ ein. Dieses Vorgehen nennt man auch „Dollar-Cost-Averaging“. Außerdem hat der Sparplan den Vorteil, dass man die gesamte Investitionssumme nicht auf einmal aufbringen muss, sondern in regelmäßigen Zeitabständen kleinere Beträge anlegen kann. So kann man z.B. jeden Monat einen Teil des Gehalts über einen Sparplan in ETFs investieren.

Jetzt fragt ihr euch vielleicht, warum man jeden Monat zu jedem beliebigen Preis investieren sollte, wenn man auch nur zu günstigen Kursen kaufen kann. Man weiß im Vorhinein nie, welcher Preis günstig und welcher Preis teuer ist. Studien belegen, dass „Market Timing“, also der Versuch, zu besonders günstigen Kursen zu kaufen, nicht systematisch funktioniert. Market Timing hat sogar einen Nachteil: Je länger ihr mit der Investition wartet, desto mehr Dividenden entgehen euch. Außerdem steigt der Aktienmarkt im Durchschnitt jeden Tag. Grundsätzlich gilt also, dass jetzt der beste Zeitpunkt ist, um zu investieren bzw. damit anzufangen. Es gibt das Sprichwort „time in the market beats timing the market“. Es ist also besser, jetzt zu investieren als auf scheinbar günstige Kurse zu warten.

6. Die Psychologie des langfristigen Investierens

ETFs sind zum langfristigen Investieren geeignet. Ihr solltet also kein Geld investieren, das ihr kurzfristig brauchen könntet. Es ist wichtig, sich erstmal einen Notgroschen anzusparen. Dies umfasst so viel Geld zur Seite gelegt zu haben, dass man damit seine Lebenshaltungskosten für sechs Monate decken könnte.

Ihr solltet außerdem bei kurzfristigen Kursverlusten keine Panik bekommen. Börsencrashs und Rezessionen wird es immer wieder geben, aber der Aktienmarkt hat sich immer davon erholt. Im Frühjahr 2020 ist der MSCI World im Coronacrash z.B. um ca. 30% gefallen und hat noch im selben Jahr sein altes Kursniveau erreicht. Natürlich gab es Crashs, die schwerwiegendere und langfristigere Kursverluste nach sich gezogen haben und die wird es auch in Zukunft geben. Wenn man in ETFs investiert, muss man diese Kursschwankungen psychisch aushalten können, um nicht in Panik zu verkaufen. Genauso, wie ETFs in diesen Zeiten fallen, steigen sie aber auch in wirtschaftlichen Boomphasen.

Generell solltet ihr immer euer Anlageziel im Hinterkopf behalten, dass ihr mit einer langfristigen Anlage in diversifizierte ETFs eine gute durchschnittliche Rendite für den Vermögensaufbau erwarten könnt.

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